Zirkulierende Immunkomplexe (CIC)

Kategorie Laboruntersuchung
Stand20.02.2014
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeRID / ELISA
Material1,0 ml Serum
Referenzbereich
s. Befundbericht
Kurzinformation
F Immunkomplex IgG, IgA, IgM, C3c, C1q
Zusatzinformation
Hintergrund
Zirkulierende Immunkomplexe (circulating immune complexes = CIC) entstehen bei der körpereigenen Immunabwehr gegen endogene oder exogene Antigene, wie Bakterien und Viren. Sie werden unter Aktivierung des Komplementsystems und nach Transport ins retikuloendotheliale System unterschiedlich rasch (abhängig von Größe und Struktur) aus der Zirkulation entfernt. Übersteigt die Menge der gebildeten CIC die Abbaufähigkeit der Phagozyten, können CIC im Serum nachgewiesen werden und sich in Gefäßwänden und Organen (z. B. in der Niere) ablagern und das Komplement- und zelluläre Immunsystem aktivieren (insbesondere bei CIC mittlerer Größe). Zahlreiche Plasmaproteine, wie Komplementproteine C1q, C4b, C3b, Faktor H, Rheumafaktoren, Fibronectin etc., können in CIC integriert werden, so dass große Proteinkomplexe entstehen. CIC können auch als Kryoglobulinämie in Erscheinung treten.
Zum Nachweis von CIC werden ein C1q-Bindungsassay (sensitive und spezifische Bindung von C1q an CIC) und die PEG-Fällungsmethode (weist insbesondere größere CIC nach) durchgeführt. Bei positivem CIC-Nachweis in der PEG-Fällungsmethode können die CIC weiter differenziert werden (CIC-IgA, CIC-IgM, CIC-IgG etc.).
 
Bewertung
CIC werden nicht nur bei zahlreichen Erkrankungen, sondern auch bei der physiologischen Antigenelimination gebildet. Nur deutlich erhöhte CIC-Werte sind im Zusammenhang mit dem klinischen Krankheitsbild als relevant anzusehen.
Erhöhte CIC finden sich insbesondere bei
  • Autoimmunerkrankungen: SLE, Rheumatoide Arthritis, Vaskulitis, Sjögren-Syndrom, Spondylitis ankylosans, Sklerodermie (insbes. CIC mittlerer Größe)
  • Infektionserkrankungen: Streptokokken-, Staphylokokken-, Pneumokokken-Infektionen, Hepatitis B und C, HIV, Masern, Dengue-Fieber, Toxoplasmose, Malaria etc. (häufig größere CIC)
  • Glomerulonephritis
  • hämatologischen Erkrankungen: Leukämien, Lymphome, M. Hodgkin
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen: Colitis ulcerosa, M. Crohn
  • chronischen Hepatopathien: PBC
  • Medikamenteneinnahme: Gold, D-Penicillamin
  • Serumkrankheit durch Antitoxine tierischer Herkunft (ATG, Antiseren)
  • Mukoviszidose
 
Die Bestimmung von CIC dient hauptsächlich der Verlaufs- und Therapiekontrolle von Erkrankungen mit Immunkomplexbeteiligung. Bei Rheumatoider Arthritis findet sich eine Korrelation der CIC-Konzentration mit der Entzündungsaktivität.