Vitamin C (Ascorbinsäure)

Kategorie Laboruntersuchung
Stand20.02.2009
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeHPLC
Material1,0 ml Serum (tiefgefroren, lichtgeschützt)
Indikation
Bestimmung im Rahmen des Antioxidantienstatus
Referenzbereich
5 - 15 mg/l (Zielwert  > 8 mg/l)
Interpretation
Relativer Mangel bei chron. Entzündungen, Diabetes mellitus, Raucher, Alkoholismus
Zusatzinformation
Hintergrund
Ascorbinsäure ist ein starkes, wasserlösliches Reduktionsmittel, das zu Dehydroascorbinsäure (DHA) oxidiert werden kann. Die Oxidation ist reversibel, so dass DHA z. B. durch Cystein, Glutathion oder NADPH zurück zu Ascorbinsäure reduziert wird. Ascorbinsäure dient einerseits als Radikalfänger (Antioxidans) und andererseits als Cofaktor in zahlreichen Redoxreaktionen. Als Radikalfänger inaktiviert sie reaktive Sauerstoff- und Stickstoffspezies, die durch Entzündungen, Stress, Karzinogene u. a. Noxen entstehen, und schützt dadurch wichtige biologische Strukturen (z. B. Membranlipide) vor einer oxidativen Schädigung. Dabei wirkt sie synergistisch mit dem lipidlöslichen Antioxidans Vitamin E (Tocopherol) und regeneriert dieses. Als Cofaktor von Hydroxylasen ist Ascorbinsäure essentiell für die Synthese von Kollagen (Hydroxylierung von Prolin und Lysin im Prokollagen), Katecholaminen (Hydroxylierung von Dopamin zu Noradrenalin), Carnitin und Neurotransmittern/Hormonen (z. B. ADH, Calcitonin, VIP, Gastrin). Zusammen mit dem Cytochrom P450 ist Ascorbinsäure an der Inaktivierung vieler Arzneistoffe und Gifte beteiligt. Als Komplexbildner (Fe2+-Chelate) fördert sie die Eisenresorption im Darm. Des Weiteren sind eine Reihe von positiven Einflüssen auf das Immunsystem sowie protektive Effekte im Rahmen der Atherogenese und Tumorgenese beschrieben. Die Zufuhr von Vitamin C erfolgt vorwiegend mit Frischgemüse, Obst, Zitrusfrüchten, Kartoffeln, Milch und Leber. Bei übermäßiger Zufuhr wird es nicht resorbiert und/oder verstärkt renal ausgeschieden, so dass keine Speicherung größerer Reserven stattfindet.
 
Klinische Bedeutung
Ein klassischer, klinisch manifester Vitamin C-Mangel (Skorbut bei Erwachsenen, Moeller-Barlow'sche Erkrankung bei Kindern) kommt heute in den industrialisierten Ländern kaum noch vor. Insbesondere bei älteren Personen können jedoch subklinische Mangelsymptome wie Leistungsschwäche, Müdigkeit, abgeschwächtes Immunsystem, Hautveränderungen und Wundheilungsstörungen beobachtet werden. Schwangerschaft, Stillen, erhöhter Stress, chronische Entzündungen und Rauchen sind mit einem gesteigerten Vitamin C-Bedarf verbunden.
 
Bewertung
  < 2 mg/l  manifester Vitamin C-Mangel
2 - 5 mg/l  latenter Vitamin C-Mangel
5 - 8 mg/l  akzeptabler Vitamin C-Spiegel
  > 8 mg/l  optimaler Vitamin C-Spiegel (Zielbereich)
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Oktober 2015.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Oktober 2016.pdf