Vasoactive Intestinal Peptide (VIP)

Kategorie Laboruntersuchung
Stand19.07.2016
Abrechenbarkeit EBM Nur mit Begründung der medizinischen Notwendigkeit (Diagnose) abrechenbar!
ErbringerWeiterleitung
MethodeRIA
Material1,0 ml EDTA-Plasma (tiefgefroren)
Indikation
V. a. WDHA-Syndrom (persistierende wässrige Durchfälle mit Hypokaliämie)
Referenzbereich
< 30 pmol/l
Interpretation
Erhöhte Werte: bronchogenes Karzinom, Ganglioneuroblastom, medulläres Schilddrüsen-Karzinom, Pankreas-Inselzelltumoren  (Verner-Morrison-Syndrom), Phäochromozytom, retroperitoneales Histiozytom
Zusatzinformation
Hintergrund
Das Vasoactive Intestinal Peptide (VIP) ist ein Neuropeptid, das an der Regulation der gastrointestinalen Motilität beteiligt ist sowie eine Stimulation der intestinalen Flüssigkeits- und Elektrolytsekretion und der Pankreassekretion bewirkt, die HCl-Produktion des Magens wird gehemmt.
VIP-sezernierende Tumoren (VIPome) verursachen das klinische Bild des Verner-Morrison- bzw. WDHA-Syndroms (wässrige Diarrhoe, Hypokaliämie, Achlor- bzw. Hypochlorhydrie). Die Tumoren sind vorwiegend im Pankreas lokalisiert, daneben können Ganglioneuroblastome (v. a. bei Kindern) und selten Phäochromocytome VIP produzieren.
  
Bewertung
  • Beim VIPom findet man deutlich erhöhte VIP-Konzentra­tio­nen, nach operativer Tumorentfernung und/oder Chemotherapie normalisieren sich die VIP-Werte.
  • Häufig wird eine Hyperkalzämie beobachtet (dann ist die PTH-Bestimmung indiziert), im Rahmen einer MEN I kann zusätzlich ein primärer Hyperparathyreoidismus vorliegen.
  • Zur Differenzierung gegenüber einem Gastrinom (ebenfalls Diarrhoe) kann der Magen-pH gemessen werden, der beim VIPom im basischen Bereich liegt.