Vanillinmandelsäure (VMS) im Urin

VMS

Kategorie Laboruntersuchung
Stand20.02.2009
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeHPLC
Material
20 ml aus gut gemischtem 24 h-Sammelurin (angesäuert). Bitte Sammelvolumen mitteilen!
Indikation
V. a. Phäochromozytom oder Neuroblastom
Abnahme
Zur 1. Portion 10 ml 10%ige HCl geben
Referenzbereich
                      mg/24 h  
Erwachsene (> 16 J):   < 6,5
Kinder 10 - 16 J:      < 5,2
Kinder 6 - 10 J:       < 3,2
Kinder 3 - 6 J:        < 2,6
 
                  mg/g Kreatinin
Erwachsene (> 19 J):   < 6,0
Kinder 5 - 19 J:       < 8,3
Kinder 2 - 4 J:        < 11,0
Säuglinge 0 - 1 J :    < 18,8
Interpretation
Werte über dem dreifachen oberen Grenzwert weisen eine hohe Spezifität für ein Phäochromozytom oder Neuroblastom auf. Leicht erhöhte Werte sind auch bei essentieller Hypertonie und bei Stress möglich.
Kurzinformation
Diagnostisch überlegen für die Diagnostik eines Phäochromozytoms ist die Bestimmung der Metanephrine und der Katecholamine im Urin.
Zusatzinformation
Hintergrund
Die Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin werden zunächst zu Metanephrin bzw. Normetanephrin methyliert, die weiter zu Vanillinmandelsäure abgebaut werden. Diese wird als Endprodukt im Urin ausgeschieden.
Bei den meisten Katecholamin-bildenden Tumoren ist die Ausscheidung deutlich erhöht, nicht jedoch bei ausschließlich Dopamin-bildenden Tumoren (siehe auch unter „Phäochromozytom- und Neuroblastom-Diagnostik“).
 
Bewertung
Grenzwertige bis leicht erhöhte Ausscheidungen werden bei 10 - 20 % der Patienten mit essentieller Hypertonie (erhöhter Sympathikotonus) gefunden. Meist deutlich (> 1,5- bis 2-fach) erhöhte Werte treten bei Phäochromozytom (Sensitivität 64 %, Spezifität 95 %) und Noradrenalin-bildenden Neuroblastomen auf. Deutlich erhöhte Werte sind durch Kontrolluntersuchung mit Metanephrinen und Katecholaminen abzusichern und zu differenzieren. Neuroblastome, die Dopamin bilden, werden nur durch die Dopamin- und Homovanillinsäure-Bestimmung sicher erkannt.
Aufgrund geringer diagnostischer Sensitivität ist der Parameter zur Phäochromozytomdiagnostik nicht mehr zu empfehlen.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Mai 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Mai 2017.pdf