Thrombozyten

Kategorie Laboruntersuchung
Stand03.06.2016
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeElektronische Zählung
Material
1 ml EDTA-Blut
Referenzbereich
140 - 400 /nl
Kurzinformation
Bei V. a. Pseudothrombozytopenie parallel Citratblut untersuchen
oder Blutentnahme mit ThromboExact-Spezialröhrchen durchführen.
Zusatzinformation
Hintergrund
Indikationen für eine Bestimmung der Thrombozytenzahl: hämorrhagische Diathese, hämatologische Systemerkrankungen, Zytostatikatherapie, Bestrahlung, Heparintherapie (HIT), Thrombose, thromboembolische Komplikationen und Verbrauchskoagulopathie.
 
Häufige Ursachen für pathologische Thrombozytenzahlen
Thrombozytose: > 450.000/µl
bei myeloproliferativen Erkrankungen (dabei vermehrt Riesenplättchen);
reaktiv (dabei keine JAK 2-Mutation!) bei akuten und chronischen Infektionen und Entzündungen, Eisenmangel, akute Blutung, posttraumatisch, paraneoplastisch, durch körperliche Anstrengung vor Blutabnahme.
 
Thrombozytopenie: < 100.000/µl
medikamenteninduziert, neonatale Allo-Immun-Thrombozytopenie,  Autoimmunthrombozytopenie (M. Werlhof), Splenomegalie, Alkoholabusus, Sepsis, thrombotisch-thrombozytopenische Purpura, HELPP-Syndrom, Karzinome, akute Leukämie und myelodysplastisches Syndrom.
 
EDTA-induzierte Pseudothrombozytopenie
Unter dem Einfluss von EDTA können sich Thrombozytenaggregate bilden, die auch im Blutausstrich zu sehen sind. Das Hämatologiegerät zählt dann nur noch die freien Thrombozyten.
Abhilfe: Parallelbestimmung der Thrombozytenzahl im Citratblut oder mittels ThromboExact-Monovette oder Thrombozytenzählung unmittelbar nach der Blutentnahme.
Trotzdem bleibt EDTA für Blutbilduntersuchungen das Antikoagulans der Wahl, da auch in allen anderen Antikoagulantien Thrombozytenaggregate auftreten können.