Tacrolimus (Immunsuppressivum, Immunmodulator)

Prograf®, Advagraf®, Protopic®, FK506, FK-506

Kategorie Laboruntersuchung
Stand21.06.2016
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeCMIA
Material1,0 ml EDTA-Blut
Indikation
Überwachung einer Tacrolimus-Therapie
Abnahme
Der therapeutische Bereich bezieht sich auf den Talspiegel (Blutentnahme unmittelbar vor Verabreichung der nächsten Dosis). Abnahme im Steady State empfohlen.
Interpretation
Therap. Bereich (µg/l) nach Transplantation
                   Niere   Leber   Herz
Initialdosis:      10-15   10-15   10-18
Erhaltungsdosis:    5-10    5-10    8-15
Kurzinformation
HWZ: 12 - 16 h, Steady State nach 3 Tagen
Zusatzinformation
Hintergrund
Tacrolimus ist ein Immunsuppressivum, das durch Calcineurin-Bindung die T-Zell-Funktion hemmt und daher zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung eingesetzt wird.
Die Resorption von Tacrolimus nach oraler Einnahme ist variabel. Die maximale Plasmakonzentration findet sich nach 1 - 3 h. Tacrolimus reichert sich im Blut hauptsächlich in Erythrozyten an. Der Steady State ist nach 3 Tagen erreicht.
Tacrolimus wird fast vollständig metabolisiert, vorwiegend in der Leber durch CYP3A4. Neun Metaboliten, teilweise mit pharmakologischer Restwirkung, sind bekannt. Die Metaboliten leisten keinen Beitrag zur pharmakologischen Wirkung von Tacrolimus.
Die Eliminationshalbwertszeit des Tacrolimus beträgt 12 - 16 h. Die Ausscheidung erfolgt zu weniger als 1 % unverändert renal.
 
Therapieüberwachung
In der ersten Zeit nach der Transplantation sind die Talspiegel mehrmals wöchentlich zu kontrollieren. Im Verlauf der Erhaltungstherapie ist eine regelmäßige Bestimmung zu empfehlen, insbesondere nach Dosisanpassungen, Veränderungen der immunsuppressiven Medikation oder bei Komedikation mit Substanzen, welche die Vollblutkonzentration von Tacrolimus verändern können.
 
Bewertung
Die Pharmakokinetik von Tacrolimus zeigt eine erhebliche intra- und interindividuelle Variabilität.
Medikamente mit hoher Proteinbindung (z. B. Antikoagulanzien, orale Antidiabetika, nicht-steroidale Antirheumatika bzw. Analgetika und Schilddrüsenhormone) können Tacrolimus aus der Proteinbindung verdrängen und zu erhöhter Wirksamkeit und/oder Toxizität bei unverändertem Gesamtblutspiegel führen.
 
Ursachen erhöhter Serumspiegel: Kombination mit CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Cyclosporin, Antimykotika, Makrolidantibiotika, Imipenem, Amoxicillin, Metamizol, Kalziumantagonisten, Proteaseinhibitoren), Kombination mit oralen Kontrazeptiva, Antazida, Grapefruitsaft, Leberfunktionsstörungen.
Ursachen erniedrigter Serumspiegel: Kombination mit CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Barbiturate, Carbamazepin, Prednisolon oder Methylprednisolon), bei Kindern.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Februar 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Februar 2017.pdf