T3 (Gesamt-Trijodthyronin)

Kategorie Laboruntersuchung
Stand01.07.2016
Abrechenbarkeit EBM nicht abrechenbar
ErbringerEigenleistung
MethodeCLIA
Material0,2 ml Serum
Indikation
Nachweis einer manifesten Hyperthyreose, Verlaufskontrolle unter thyreostatischer Therapie, V. a. SD-Hormon-Überdosierung
Referenzbereich
Erwachsene:     60 - 180 ng/dl
Kinder
 bis 3. Tag:    42 - 271 ng/dl
 1. Monat:      48 - 271 ng/dl
 2. Monat:      55 - 271 ng/dl
 bis 1 Jahr:    77 - 271 ng/dl
 bis 5 Jahre:   89 - 246 ng/dl
 bis 10 Jahre:  87 - 218 ng/dl
 bis 13 Jahre:  86 - 199 ng/dl
Kurzinformation
Keine Kassenleistung! FT3 vorzuziehen
Zusatzinformation
Hintergrund
Trijodthyronin (T3) wird zum kleineren Teil direkt in der Schilddrüse (SD) gebildet, es entsteht überwiegend in der Körperperipherie aus dem „Prohormon“ T4. T3 ist biologisch etwa zehnmal wirksamer als T4, die Halbwertzeit liegt bei ca. 20 Stunden. T3 liegt im Plasma fast vollständig in proteingebundener Form vor (99,8 %), nur der freie Hormonanteil (FT3) ist biologisch aktiv.
Die Gesamt-T3 (TT3)-Konzentration ist nicht nur von der thyreoidalen Hormonsekretion abhängig, sondern auch von der Konversionsrate von T4 zu T3. Die Konversion ist vermindert bei schweren Allgemeinerkrankungen (Niedrig-T3-Syndrom), im Alter und unter dem Einfluss einiger Medikamente (Glucocorticoide, Propranolol, Amiodaron). Bei Jodmangel und latenter Hypothyreose ist die Konversionsrate kompensatorisch erhöht.
 
Indikationen für die Bestimmung von TT3/FT3 umfassen u. a. den Nachweis einer manifesten Hyperthyreose (auch T3-Hyperthyreose), die Verlaufskontrolle unter thyreostatischer Therapie und Verdacht auf SD-Hormon-Überdosierung. FT3 ist für die genannten Indikationen gleich geeignet, Einflüsse durch Veränderungen in der Proteinbindung werden bei der FT3-Bestimmung weitgehend ausgeglichen. Im stationären Bereich ist bei schwerkranken Patienten TT3 vorzuziehen, im ambulanten Bereich ist nur FT3 im EBM abrechenbar.
 
Bewertung
  • Bei manifester Hyperthyreose sind die TT3-Werte erhöht, bei der T3-Hyperthyreose nur T3. Bei ausgeprägter Hypothyreose ist TT3 erniedrigt, im Übergangsstadium kann T3 relativ erhöht sein, da die Konversionsrate kompensatorisch gesteigert wird. Zur Abklärung der SD-Funktion sollte immer der TSH-Basalwert bestimmt werden!
  • Beim „Niedrig-T3-Syndrom“ ist TT3 (wie FT3) erniedrigt. Ursache ist eine Umschaltung der Konversion von T4 auf das reverse T3 (rT3), das biologisch inaktiv ist. Schwere  Allgemeinerkrankungen, z. B. Anorexia nervosa, terminale Niereninsuffizienz, dekompensierte Leberzirrhose, fortgeschrittene Tumorleiden, Schock, Sepsis und pulmonale Insuffizienz können mit einem Niedrig-T3-Syndrom einhergehen.
  • Niedrige TT3 (und FT3)-Werte findet man auch unter Amiodaron-Therapie und unter Einnahme von Glucocorticoiden, Propanolol. Im Alter sind die TT3-Werte relativ niedriger, Werte im oberen Referenzbereich können schon einer hyperthyreoten Stoffwechsellage entsprechen.
  • Unter SD-Hormontherapie ist TT3 (oder FT3) wegen der kürzeren Halbwertzeit ein besserer Indikator für eine Überdosierung als TT4 (bzw. FT4). Falsch-hohe Werte können bei Einnahme der SD-Hormone vor der Blutentnahme auftreten.
  • Veränderungen in der Proteinbindung (s. unter TT4) wirken sich auch auf das TT3 aus. Veränderungen in der Proteinbindung, die zu erhöhten oder erniedrigten TT3-Werten führen, haben auf die FT3-Bestim­mung keinen Einfluss, in diesen Fällen ist der FT3-Bestim­mung der Vorzug zu geben.
  • Bei Hyper- bzw. Hypothyreose und Störungen der Konversion von T4 zu T3 verhalten sich TT3 und FT3 gleichsinnig.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Januar 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2017.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2017.pdf
LaboReportDownload.png LR040_Schilddrüsen-Labordiagnostik.pdf