Osmolalität im Serum

Kategorie Laboruntersuchung
Stand20.02.2009
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeKryoskopisch
Material0,5 ml Serum
Indikation
Störungen des Wasser- und Natriumhaushaltes, Alkoholvergiftungen (mit osmotischer Lücke)
Referenzbereich
Erwachsene und Kinder: 275 - 296 mosmol/kg H2O
Neugeborene:           260 - 275 mosmol/kg H2O
Interpretation
Befundinterpretation immer im Zusammenhang mit dem Natriumwert!
Erhöhte Serumosmolalität bei Diabetes insipidus, Hyperglykämie, Niereninsuffizienz, chron. Diarrhoe, Fieber, Alkoholvergiftungen.
Erniedrigte Serumosmolalität bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, überhöhter Wasserzufuhr, psychogene Polydipsie
Kurzinformation
Zur Diagnostik des Diabetes insipidus siehe Durstversuch!
Zusatzinformation
Hintergrund
Die Osmolalität gibt die Konzentration aller osmotisch aktiven gelösten Teilchen pro kg Flüssigkeit an (Osmolarität entspricht pro Liter). Hauptträger der Serumosmolalität ist Natrium (Na) mit seinen Gegenionen. Näherungsweise lässt sich die Serumosmolalität errechnen aus:
 
Osmolalität (mosmol/kg) = Na x 2 (mmol/l) + Glukose x 1,15 (mmol/l, d. h. mg/dl x 0,0555) + Harnstoff (mmol/l, d. h. mg/dl x 0,1666) + Ethanol x 1,2 (mmol/l)
 
Wenn die tatsächliche, gemessene Osmolalität die errechnete um mehr als 14 mosmol/kg übersteigt, liegt eine sogenannte "osmotische Lücke" vor. Dies kommt vor allem bei Stoffwechselentgleisungen und exogenen Intoxikationen vor.
 
Bewertung
Die Befundinterpretation muss immer im Zusammenhang mit dem Natriumwert erfolgen.
 
Tabelle Osmolalität im Serum
Literatur
Rüchardt A, Lydtin H. Störungen des Natrium- und Wasserhaushaltes: Diagnostik und Therapie. Der Internist 40: 861-71, 1999. (175)
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Juli 2016.pdf
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