Neopterin

Kategorie Laboruntersuchung
Stand28.02.2017
Abrechenbarkeit EBM Nur mit Begründung der medizinischen Notwendigkeit (Diagnose) abrechenbar!
ErbringerWeiterleitung
MethodeEIA
Material0,5 ml Serum (tiefgefroren und lichtgeschützt), 10 ml Urin (tiefgefroren und lichtgeschützt)
Indikation
Aktivitätsbeurteilung von Autoimmunerkrankungen
Referenzbereich
Serum  < 10 nmol/l
Urin  < 220 µmol/mol Kreatinin
Zusatzinformation
Hintergrund
Neopterin ist ein Botenstoff des Immunsystems. Er wird von aktivierten Monozyten und Makrophagen aus Guanosintriphosphat gebildet. Stimulus für eine erhöhte Neopterin-Freisetzung ist vor allem Interferon-Gamma, das von aktivierten T-Lymphozyten (vor allem TH1-Zellen) gebildet wird. Somit ist Neopterin ein Indikator der Aktivierung der zellulären Immunabwehr.
 
Bewertung
  • Deutlich erhöhtes Neopterin findet sich bei akuten Virusinfektionen, auch bei Infektionen mit intrazellulären Erregern (z. B. Tuberkulose) und Parasiten (z. B. Malaria). Eine Korrelation der Neopterin-Konzentration mit dem Krankheitsverlauf einer HIV-Infektion hat sich als wenig aussagekräftig erwiesen.
  • Bei Autoimmunerkrankungen, z. B. Rheumatoide Arthritis, SLE, korreliert die Neopterin-Konzentration im Serum mit dem Ausmaß und der Aktivität der Erkrankung sowie dem Therapieerfolg. Eine Neopterin-Erhöhung trägt zur Differentialdiagnose der Rheumatoiden Arthritis gegenüber einer Osteoarthrose bei.
  • Nach Organtransplantationen kann eine erhöhte Neopterin-Konzentration im Serum und zum Teil im Urin auf immunologische Komplikationen, wie Abstoßung oder Infektion, hinweisen.
  • Bei bestimmten Tumoren (z. B. Magen-Ca, Prostata-Ca, Lungen-Ca) kann der Neopterin-Wert als Prognose- und Verlaufsmarker dienen.
  • Ein erhöhter Neopterin-Wert im Serum wurde ferner als ein unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor sowohl bei Patienten mit als auch ohne koronare Gefäßerkrankung nachgewiesen.
Literatur
Grammer TB, Fuchs D, Boehm BO, Winkelmann BR, Maerz W. Neopterin as a predictor of total and cardiovascular mortality in individuals undergoing angiography in the Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health study. Clin Chem 55: 1135-46, 2009. (101)