Zelldifferenzierung im Liquor

Kategorie Laboruntersuchung
Stand08.06.2016
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeMikroskopie
MaterialFrischer Liquor (max. 2 h alt) oder luftgetrocknetes Präparat vom Liquor-Ausstrich
Referenzbereich
siehe Befundbericht
Kurzinformation
Bei jeder Liquor-Zellzahl > 4/µl und bei der Fragestellung "Tumorzellen im Liquor" wird ein Zytozentrifugat zur Zelldifferenzierung angefertigt.
Zusatzinformation
Hintergrund
Die qualitative Liquor-Zelldifferenzierung ermöglicht es, morphologische Äquivalente verschiedener Erkrankungen aufzuzeigen. Sie ist indiziert bei akuten, subakuten und chronischen Entzündungen des ZNS, Tumoren des ZNS und der Meningen und bei Nachweis resorptiver Reaktionen bei Blutungen und Reizreaktionen.
 
Bewertung
  • Normwert: <= 4 Zellen/µl
  • pathologisch: >= 5 Zellen/µl
  • Bei blutigem Liquor muss die Gesamtzellzahl korrigiert werden; hierbei muss pro 1000 Erythrozyten 1 Zelle abgezogen werden.
 
Dominierende Zelltypen des Liquor cerebrospinalis bei akuten Infektionskrankheiten des ZNS:
Zelltyp       Zellzahl         Erkrankung
Polynukleäre, bis > 30.000/µl  bakterielle,
Neutrophile                    eitrige Meningitis
             
              < 1000/µl        apurulente bakt.
                               Meningitis,
                               Frühstadium einer
                               viralen Meningitis
 
Mononukleäre,  mehrere         virale Meningitis,
Lymphozyten    hundert         tuberkulöse Meningitis
                                 
               50-500/µl       Meningoenzephalitiden,
                               Neuroborreliose
 
Die Zellzahlen sind als Anhaltspunkte zu interpretieren, Abweichungen sind im Einzelfall möglich.
Literatur
Wildemann B, Oschmann P, Reiber H. Neurologische Labordiagnostik. 1. Auflage ed. Thieme Verlag, Stuttgart, 2006. (137)
 
Felgenhauer K, Beuche W. Labordiagnostik neurologischer Erkrankungen. 1 ed. Thieme Verlag, Stuttgart, 1999. (143)
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Juni 2018.pdf