Kälteagglutinine

Kälteautoantikörper

Kategorie Laboruntersuchung
Stand03.06.2016
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeAgglutinationstest
Material0,5 ml EDTA-Plasma und Restblut
Indikation
V. a. Kälteagglutininkrankheit, Akrozyanose bei Kälteexposition, Hämolyse/Hämoglobinurie nach Kälteexposition
AbnahmeFrisch entnommenes EDTA-Blut sofort in 37 °C-Brutschrank stellen, nach 2 h (ggf. auch länger) das überstehende Plasma mit einer Pipette vorsichtig abheben, Plasma und Restblut in getrennten Probengefäßen einsenden.
Referenzbereich
< 1:64 Titer
Interpretation
Hohe Titer sind typisch für die Kälteagglutininkrankheit und sollten Anlass zur Suche nach einem malignen Lymphom sein.
Passageres Auftreten von Kälteagglutininen auch nach Infektionen z. B. EBV, CMV, Mycoplasma pneumoniae.
Zusatzinformation
Hintergrund
Kälteagglutinine sind IgM-Antikörper, die gegen Erythrozyten-Antigene (anti-I, seltener anti-i, sehr selten anti-Pr) gerichtet sind. Klinische Bedeutung haben Kälteautoantikörper mit einer Wärmeamplitude > 30 °C.
Durch die Bindung der Autoantikörper an die Erythrozyten kommt es zur Komplementaktivierung und zu einer nachfolgenden intravasalen Hämolyse. Die Anämien werden jedoch selten transfusionsbedürftig. Bei Transfusionsnotwendigkeit aus anderen Gründen müssen Erythrozyten-Konzentrate erwärmt (37 °C) verabreicht werden. Hierfür stehen spezielle, TÜV-geprüfte Geräte zur Verfügung.
Klinisch kann sich eine Kälteagglutininbildung durch Akrozyanose und Hämoglobinurie nach Kälteexposition äußern.
 
Bewertung
Die Bildung von Kälteagglutininen kann idiopathisch, im Rahmen von Infektionen (z. B. EBV, CMV, Mycoplasma pneumoniae, meist passager 2 - 3 Wochen nach Infektion) oder lymphoproliferativen Erkrankungen (z. B. M. Waldenström, NHL) erfolgen.
 
Hinweis
Kälteagglutinine stören, vor allem bei hoher Wärmeamplitude, nicht selten Laboranalysen: Blutgruppenbestimmung (positive Eigenprobe, Serumgegenprobe, Kreuzproben), Beschleunigung der BSG sowie falsch-hohe Bestimmung des MCHC durch Autoagglutination.