Immunglobulin E (IgE) im Serum

Kategorie Laboruntersuchung
Stand24.06.2020
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeFEIA
Material0,5 ml Serum
Indikation
Ergänzend zur Diagnostik und Therapiekontrolle allergischer Erkrankungen und bei Parasitosen, ergänzend in der Diagnostik angeborener und erworbener Immundefekte
Richtwert
Kinder
0 - 0,5  Jahre:   < 2,75 kU/l
0,5 - 2  Jahre:   < 3,75 kU/l
  2 - 5  Jahre:   < 16,0 kU/l
  5 - 8  Jahre:   < 26,2 kU/l
  8 - 12 Jahre:   < 34,6 kU/l
 12 - 16 Jahre:   < 26,3 kU/l
 
Erwachsene:
< 20     kU/l Allergie unwahrscheinlich
20 - 100 kU/l Allergie möglich
> 100    kU/l Allergie wahrscheinlich
 
Individuell und saisonal schwankend!
Referenzbereiche entsprechend Herstellerangaben
Kurzinformation
Die Referenzbereiche sind altersabhängig, die individuell höchsten Konzentrationen finden sich in der Pubertät.
Bei sehr hohen Werten (> 20.000 IU/ml) muss differential­diagnostisch an einen zellulären Immundefekt gedacht werden.
Zusatzinformation
Hintergrund
IgE ist im Serum sehr niedrig konzentriert und vorwiegend an die Oberfläche von Mastzellen und basophilen Granulozyten gebunden. Bei sensibilisierten Personen führt die Bindung von spezifischen Allergenen an das IgE zu einer vermehrten Ausschüttung von Histamin und anderen Mediatoren aus Mastzellen und basophilen Granulozyten, was eine allergische Sofortreaktion (Typ-I-Allergie) hervorrufen kann.
 
Bewertung
Zum Atopie-Screening und zur Abschätzung des Atopie-Risikos ist die Bestimmung des Gesamt-IgE nicht geeignet. Ein normales Gesamt-IgE schließt eine spezifische Sensibilisierung nicht aus. Es gibt eine Vielzahl von nicht allergischen klinischen Situationen mit Erhöhung des Gesamt-IgE, wie z. B. Parasitosen, GVHD, Immundefekte, M. Hodgkin, IgE-Myelom.
Bei sehr hohen Werten (> 20.000 IU/ml) muss differentialdiagnostisch an einen zellulären Immundefekt (Hyper-IgE-Syndrom) gedacht werden.
Literatur
Renz H. In-vitro-Allergiediagnostik. In: Schultze-Werninghaus G, Fuchs T, Bachert C, Wahn U. Manuale allergologicum. Dustri-Verlag Dr. Karl Feistle (2008): 635-647 (180)
 
Saloga J, Klimek L, Buhl R, Mann W, Knop J, Grabbe S. Allergologie-Handbuch: Grundlagen und klinische Praxis. 2 ed. Schattauer Verlag, 2011. (159)
 
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). S1-Leitlinie: In-vitro-Allergiediagnostik. Leitlinien-Register Nr 061/017 2010. (163)
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Mai 2019.pdf
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