Harnsäure

Kategorie Laboruntersuchung
Stand01.04.2014
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeEnzymatischer Farbtest, Photometrie
Material0,2 ml Serum
Indikation
Diagnostik und Verlaufskontrolle der Gicht, Überwachung bei Risikofaktoren für Hyperurikämie, Urolithiasis
Referenzbereich
Männer:    < 7,0 mg/dl   
Frauen:    < 6,0 mg/dl
Kinder
 bis 30 T:  < 3,9 mg/dl (m)  < 4,6 mg/dl (w)
 bis  9 J:  < 5,6 mg/dl (m)  < 5,5 mg/dl (w)
 bis 12 J:  < 5,8 mg/dl (m)  < 5,9 mg/dl (w)
Kurzinformation
Unter harnsäuresenkender Therapie wird eine dauerhafte Harnsäuresenkung auf unter 6 mg/dl empfohlen (ACR-Leitlinie 2012), bei ausgeprägten Symptomen bzw. Tophi auf < 5 mg/dl.
 
Hinweis:
Die Gabe von N-Acetylcystein (NAC) und Metamizol kann zu falsch niedrigen Messwerten führen.
Zusatzinformation
Hintergrund
Harnsäure entsteht beim Abbau Purin-haltiger Zellkernsubstanz und wird zu > 80 % renal eliminiert. Der Harnsäurespiegel im Serum ist abhängig von der alimentären Purinzufuhr, vom Abbau und der Neusynthese endogener Purine sowie von der renalen Harnsäureausscheidung. Bei primärer Gicht ist in 90 % der Fälle die Ausscheidung gestört. Der niedrige Referenzbereich ist pathophysiologisch durch die
Löslichkeitsgrenze für Mononatriumurat begründet.
 
Bewertung
Harnsäure im Serum
Erhöht bei
  • primären Hyperurikämien: primärer Gicht und seltenen Purinstoffwechselstörungen (Lesch-Nyhan-Syndrom)
  • sekundären Hyperurikämien: verstärktem Zelluntergang bei Leukosen, Chemo-/Strahlentherapie, Fastenkur, Bierkonsum, Infusion von Zuckeraustauschstoffen, Niereninsuffizienz, Medikamenten mit Hemmung der Harnsäureausscheidung
Erniedrigt bei Xanthinurie, akuter Leberzellnekrose, tubulären Defekten, Fanconi-Syndrom, unter Pharmaka wie Allopurinol, Salicylaten, Röntgen-Kontrastmitteln u. a.
 
Harnsäure im Urin
Erhöht bei Hyperurikämien nicht-renaler Genese, verstärktem Zelluntergang; z. T. im Gichtanfall und einige Tage danach.
Erniedrigt bei Hyperurikämien renaler Genese, zum Teil bei primärer Gicht im symptomfreien Intervall; bei Xanthinurie und anderen Hypourikämien (siehe oben).
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Januar 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2017.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2017.pdf