Gerinnungsfaktor II (Prothrombin)

Faktor II

Kategorie Laboruntersuchung
Stand08.06.2016
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeKoagulometrie
Material0,5 ml Citratplasma (tiefgefroren)
Indikation
Pathologisch verlängerte Globaltests: PTT, Quickwert (TPZ),
Verdacht auf angeborenen oder erworbenen Gerinnungsfaktormangel bei hämorrhagischer Diathese.
Referenzbereich
Aktivität
Erwachsene:       79 - 131 %
Kinder
 bis 3 Tage:      26 -  70 %
 bis 3 Monate:    45 - 105 %
 bis 11 Monate:   60 - 116 %
 bis 5 Jahre:     71 - 116 %
Interpretation
Erniedrigt bei Vitamin K-Mangel, Cumarin-Therapie, Leberinsuffizienz, Gallenwegsverschluss
Kurzinformation
Erfasst nicht die Prothrombin-Mutation! Die Faktor II-Aktivitäten von Personen mit und ohne Prothrombinmuation überlappen sich so breit, dass eine Differenzierung nicht möglich ist.
Zusatzinformation
Hintergrund
Der Gerinnungsfaktor II (Prothrombin) zählt zum Prothrombinkomplex und hat eine Halbwertszeit von 70 Stunden.
 
Prothrombinkomplex
Unter dem Prothrombinkomplex werden die vier Vitamin K-abhängigen
Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X zusammengefasst. Die Biosynthese dieser Faktoren erfolgt in der Leber. Bei eingeschränkter Syntheseleistung der Leber und beim Vitamin K-Mangel kommt es zur Aktivitätsabnahme dieser Faktoren im Plasma. Hierbei sinken die Einzelfaktoren aufgrund  unterschiedlicher Halbwertszeiten unterschiedlich schnell ab:
Die HWZ von Faktor VII beträgt 3 - 4 h, von Faktor IX 18 - 30 h und von Faktor X 32 h.
Zu Beginn einer Cumarintherapie fällt also zuerst die Faktor VII-Aktivität und erst später die Faktor X-, zuletzt die Faktor II-Aktivität ab. Beim leichten Leberparenchymschaden ist nur der Faktor VII vermindert,  bei schwerer Leberinsuffizienz dann auch der Faktor II. Bezogen auf die Globalteste spricht ein erniedrigter Quickwert mit normaler PTT für einen Faktor VII-Mangel.
 
Bewertung
Erniedrigter Faktor II bei Vitamin K-Mangel, Cumarin-Therapie, Leberinsuffizienz, Gallenwegsverschluss, angeborenem Mangel.
Die Bestimmung des Faktor II lässt keine Rückschlüsse auf eine Prothrombin-Mutation zu. Die Faktor II-Aktivitäten von Personen mit und ohne Prothrombinmutation überlappen sich so breit, dass eine Differenzierung nicht möglich ist.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat September 2016.pdf