Eiweißelektrophorese

Proteinelektrophorese im Serum

Kategorie Laboruntersuchung
Stand20.02.2009
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeKapillarelektrophorese
Material0,5 ml Serum
Indikation
Monoklonale Gammopathien; Diagnostik und Verlaufskontrolle akuter und chronischer Entzündungen, maligne Prozesse, Hepatopathien, Eiweißmangel und -verlust,  Antikörpermangel
Referenzbereich
Fraktion           relativ         absolut
Albumin:         55,1 - 67,0 %   38,6 - 50,2 g/l
alpha1-Globulin:  2,9 -  5,3 %    2,1 -  3,8 g/l
alpha2-Globulin:  7,2 - 11,2 %    5,1 -  8,1 g/l
beta-Globulin:    8,4 - 13,7 %    5,7 - 10,4 g/l
gamma-Globulin:  10,5 - 19,6 %    6,5 - 14,3 g/l
Gesamteiweiß:                    63,7 - 80,5 g/l
Zusatzinformation
Hintergrund
Die Eiweißelektrophorese dient der Autrennung der Serumeiweiße in einem elektrischen Feld. Die Kapillarelektrophorese hat heute die klassische trägergebundene Eiweißelektrophorese abgelöst. Wegen der unterschiedlichen Trennmethoden sind zwischen der klassischen trägergebundenen Elektrophorese und der Kapillarelektrophorese jedoch kleinere Differenzen in der Zusammensetzung der einzelnen Fraktionen zu beobachten. Aufgrund der verbesserten Trennleistung der Kapillarelektrophorese ist die beta-Fraktion grundsätzlich zweigipflig und besteht aus einer beta-1- und einer beta-2-Subfraktion. Für die Befundung werden beide beta-Subfraktionen zu einer beta-Fraktion zusammengefasst, so dass 5 Fraktionen (Albumin, alpha-1-, alpha-2-, beta-, gamma-Globuline) beurteilt werden. M-Gradienten (monoklonale Immunglobuline) können in diesem Bereich liegen und stellen sich dann entweder als zusätzliche Fraktion oder als Erhöhung der beta-1- und/oder beta-2-Fraktion dar. Bei Verdacht auf eine monoklonale Gammopathie sollte stets eine Immunfixation angeschlossen werden. Auffällige oder unklare Erhöhungen und Erniedrigungen der Fraktionen sind ggf. durch quantitative Einzelbestimmungen der betreffenden Plasmaproteine abzuklären.
 
Bewertung
Albumin ist bei Eiweißmangel oder -verlust erniedrigt; bei malignen und entzündlichen Prozessen mit Globulinerhöhung oft auch regulatorisch vermindert, so dass das Gesamteiweiß unauffällig bleibt. Eine  doppelgipflige Albuminfraktion weist auf eine Bisalbuminämie hin (klinisch ohne Bedeutung).
Alpha-1- und alpha-2-Globuline enthalten Akute-Phase- und andere Proteine (alpha-1-Fraktion: Alpha-1-Antitrypsin, saures Alpha-1-Glykoprotein u. a.; alpha-2-Fraktion: Alpha-2-Makroglobulin, Haptoglobin, u. a.). Alpha-Fraktionen sind erhöht bei akuten Entzündungen (Frühstadium), Gewebsnekrosen; vorwiegend alpha-2-Fraktionen bei subakut-chronischen Entzündungen und Malignomen; deutlich erhöhtes alpha-2-Globulin (durch Alpha-2-Makroglobulin) bei nephrotischem Syndrom; physiologisch erhöhte alpha-Fraktionen in der Gravidität und bei hormoneller Kontrazeption. Bei Alpha-1-Antitrypsinmangel ist die alpha-1-Globulin-Fraktion oft erniedrigt.
Beta-Globulin enthält die Akute-Phase-Proteine CRP, C3-/C4-Komplement und Fibrinogen (beta-2-Fraktion), aber auch das "Anti-Akute-Phase"-Protein Transferrin (beta-1-Fraktion, bei akuter Entzündung oft vermindert), ferner Hämopexin, Beta-2-Mikroglobulin sowie einen kleineren Teil der Immunglobuline.
Erhöhung der beta-Fraktion findet sich im Gefolge akuter Infektionen, bei chronischen Entzündungen, Eisenmangelanämie und bei Paraproteinämie (M-Gradient) im beta-Globulin-Bereich; erhöht auch in der Schwangerschaft und bei hormoneller Kontrazeption. Zu erniedrigter beta-Globulin-Fraktion können eine Transferrin-Verminderung und ein IgA-Mangel führen.
Gamma-Globulin enthält den Großteil der Immunglobuline. Erhöht bei immunreaktiven Prozessen mit vermehrter Immunglobulin-Bildung: Spätstadium akuter Entzündungen, subakut/chronische Entzündungen, z. T. Malignome, Virushepatitis, chronisch-aktive Hepatitis; breitbasig erhöht bei Leberzirrhose. Schmalbasige Peaks im gamma- oder beta-Globulin-Bereich (M-Gradient) weisen auf eine monoklonale Gammopathie hin (mit Immunfixation weiter abklären!). Eine erniedrigte gamma-Globulin-Fraktion findet sich bei Antikörpermangel.
 
Einflussfaktoren
Hämolytische Seren können einen zusätzlichen Gipfel im beta-1-Globulin-Bereich aufweisen, unvollständig geronnene Seren einen Fibrin-Gipfel im beta-2-Globulin-Bereich. Bei Einsendung von Plasma statt Serum ist ein Fibrinogenpeak im beta-Bereich nachweisbar, der als monoklonale Gammopathie fehlinterpretiert werden kann.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Januar 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2017.pdf
Abbildungen
Kapillarelektrophorese.jpg