ACE I/D-Polymorphismus

Angiotensin Converting Enzyme

Kategorie Laboruntersuchung
Stand27.06.2014
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodePCR
Material2 ml EDTA-Blut
Indikation
Herz-/Kreislauf-Risikodiagnostik
Diagnostik bei Sarkoidose: Genotyp-abhängige Interpretation des ACE-Spiegels im Serum
Kurzinformation
Eine Genotypisierung erlaubt die Anwendung Genotyp-bezogener Normwerte und damit eine genauere Interpretation der ACE-Werte.  
Unterliegt dem GenDG! Die Einwilligungserklärung des Patienten für humangenetische Untersuchungen muss vorliegen!
Zusatzinformation
Hintergrund
(Datenbankeintrag: OMIM 106180)
Das membrangebundene Angiotensin Converting Enzyme (ACE) ist an der Regulation des Blutdrucks beteiligt. Es wandelt das Vorläuferprotein Angiotensin I in das aktive Angiotensin II um, das eine Blutdruckerhöhung bewirkt. Gleichzeitig hemmt das Angiotensin Converting Enzyme das Enzym Bradykinin, das durch Gefäßerweiterung blutdrucksenkend wirkt. Eine vermehrte Produktion von ACE führt insgesamt zu einer Erhöhung des Blutdrucks. ACE wird auch ins Plasma sezerniert. Die biochemische Funktion von ACE im Plasma ist unklar, an den vasoaktiven Reaktionen ist es nicht beteiligt.
Das ACE-Gen besteht aus 26 Exons und 25 Introns und kann in einer Insertions-Variante (I) und einer Deletions-Variante (D) auftreten. Beim I-Allel liegt eine Insertion von 287 bp im Intron 16 gegenüber dem D-Allel vor. Die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung Mitteleuropas liegt bei 35 % für den Genotyp D/D, bei 45 % für den Genotyp I/D und 20 % für den Genotyp I/I.
 
Klinische Bedeutung
Personen mit D/D-Genotyp weisen eine etwa zweifach erhöhte ACE-Konzentration im Vergleich zu Personen mit I/I-Genotyp auf. Träger des D/D-Genotyps sind bei Myokard-Patienten gegenüber dem Bevölkerungsdurchschnitt häufiger nachweisbar und scheinen anfälliger zu sein für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, diabetische Spätschäden und für die Entwicklung renaler Komplikationen bei verschiedensten Grunderkrankungen.
Die ACE-Konzentration im Plasma wird labordiagnostisch hauptsächlich bei Verdacht auf Sarkoidose (Morbus Boeck) und auch als Gradmesser für die Aktivität der Erkrankung eingesetzt. Eine ACE-Genotypisierung erlaubt die Anwendung enger gefasster Genotyp-bezogener Normwerte und damit eine genauere Interpretation der ACE-Werte (siehe Referenzbereiche ACE im Leistungsverzeichnis).
 
Indikationen für die genetische Untersuchung
    • Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK)
    • Sarkoidose: Genotyp-abhängige Interpretation des ACE-Spiegels im Plasma
Literatur
Rigat, B. et al. Nucleic Acids Res. 20: 14333 (1992) (218)
 
Gard PR Int J Mol Epidemiol Genet 2010;1(2):145-157 (217)
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat April 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat April 2017.pdf