CA 19-9 (Carbohydrate Antigen 19-9)

Carbohydrate-Antigen 19-9, CA 19-9, Ca199

Kategorie Laboruntersuchung
Stand29.06.2016
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeECLIA
Material0,5 ml Serum
Indikation
TM 1. Wahl beim Karzinom des exkretorischen Pankreas und beim hepatobiliären Karzinom
TM 2. Wahl beim Magenkarzinom (neben CA 72-4) und beim kolorektalen Karzinom (neben CEA).
Referenzbereich
Gesunde:         < 25 E/ml
Grauzone:     25 - 40 E/ml Kontrollen!
Path. Bereich:   > 40 E/ml
Interpretation
Unspezifische CA 19-9 Erhöhungen transitorisch bei Cholangitis und Pankreatitis bis 1000 E/ml möglich.
Kurzinformation
HWZ: 4 - 8 Tage
Nicht vorhanden bei Personen mit den Blutgruppenmerkmalen Lewis-a bzw. -b negativ.
Zusatzinformation
Hintergrund
Das Glykolipid CA 19-9 besteht aus Sialyl-Le(a)-Blutgruppensubstanz und ist daher nur bei Personen mit den Blutgruppenmerkmalen Lewis-a bzw. -b (ca. 95 % der weißen bzw. 80 % der schwarzen Bevölkerung) vorhanden. Bei der Interpretation negativer Markerbefunde muss also beachtet werden, dass ca. 5 % der weißen und ca. 20 % der schwarzen Bevölkerung kein CA 19-9 exprimieren können. Physiologischerweise kommt CA 19-9 im fetalen Gewebe von Pankreas, Magen und Darm vor. Bei gesunden Erwachsenen sind nur sehr geringe Konzentrationen in Pankreas, Leber und Lunge nachzuweisen. Die HWZ von CA 19-9 beträgt 4 - 8 Tage.
 
Indikationen
  • Pankreaskarzinom zur Diagnose, und zum Follow-up
  • Gallenwegskarzinom zum Follow-up
  • Magenkarzinom (neben CA 72-4) und kolorektales Karzinom (neben CEA) zur Prognose
 
Bewertung
  • Als Tumormarker für das Karzinom des exkretorischen Pankreas besitzt CA 19-9 eine Sensitivität von 70 - 95 % bei einer Spezifität von 72 - 90 %. Es besteht eine Korrelation von Höhe und Inzidenz pathologischer Werte zur Tumorlokalisation, Tumorausdehnung, Resizierbarkeit und Metastasierung.   
  • Beim Gallenwegskarzinom erreicht CA 19-9 eine Sensitivität von 55 - 79 %.  
  • Beim Magenkarzinom erreicht CA 19-9 eine diagnostische Sensitivität von 26 - 60 % mit einer deutlichen Abhängigkeit vom Tumorstadium. Da die Befunde von CA 19-9 und CEA komplementär zueinander sind, erhöht sich die diagnostische Sensitivität bei Verwendung beider Marker auf das Doppelte.
  • Beim Kolorektalen Karzinom ergibt sich eine diagnostische Sensitivität von 18 - 58 % mit starker Abhängigkeit von Tumorstadium (Dukes A 0-7 %, B 17 %, C 47 %, D 75 %). Hier empfiehlt sich CA 19-9 als Zweitmarker nur, wenn der betreffende Tumor kein CEA bildet bzw. exprimiert.
 
Unspezifische Erhöhungen von CA 19-9 werden transitorisch bei Cholangitis, Pankreatitis oder Cholestase mit Werten über 1000 E/ml Serum, geringe Erhöhungen bei M. Crohn, gastroduodenalen Ulcera, Diabetes mellitus (bei schlechter Einstellung) oder Mukoviszidose beobachtet. Da CA 19-9 rein biliär ausgeschieden wird, ist z. B. eine bestehende Cholestase als klinische Angabe zur Messwertbeurteilung unerlässlich.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Januar 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2017.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2017.pdf