Borrelien-DNA aus Zeckenmaterial

Ixodes ricinus, Borreliose, Borrelia

Kategorie Laboruntersuchung
Stand30.06.2020
Abrechenbarkeit EBM nicht abrechenbar
ErbringerEigenleistung
MethodeEchtzeit-PCR
MaterialZeckenmaterial
Indikation
Beurteilung des Risikos einer Borrelien-Infektion nach Zeckenstich
Richtwert
nicht nachweisbar
Kurzinformation
Erfasst werden alle humanpathogenen Spezies des Borrelia burgdorferi-sensu-lato-Komplexes (B. burgdorferi s. s., B. afzelii, B. garinii, B. spielmanii, B. bavariensis).
Zusatzinformation
Hintergrund
Infektionen mit Borrelia burgdorferi s. l., d. h. B. burgdorferi s. s., B. afzelii und B. garinii, stellen die häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten in Mitteleuropa dar. In Deutschland sind je nach Gebiet 5 bis 40 % der Zecken mit Borrelien infiziert, wobei sich die höchsten Durchseuchungsraten der Zecken in Süddeutschland, insbesondere im Südschwarzwald, finden. Die Durchseuchung der adulten Zecken liegt deutlich höher als die der Nymphen und Larven. Das Risiko, sich nach Stich einer Borrelien-infizierten Zecke mit Borrelien zu infizieren, liegt bei ca. 30 %.
Eine Übertragung von Borrelien erfolgt jedoch erst bei einer Saugezeit der Zecke von mind. 8 - 12 Stunden, da die Borrelien während des Saugaktes vom Darm in den Speichel der Zecke migrieren müssen.
 
Bewertung
Die Bestimmung von Borrelien-DNA aus Zeckenmaterial kann zur Abschätzung des Infektionsrisikos nach einem Zeckenbiss dienen. Ein positiver Borrelien-DNA-Nachweis in einer Zecke, die am Menschen gesaugt hat, stellt jedoch keine Indikation für eine prophylaktische Antibiotika-Therapie dar! Eine antibiotische Therapie ist nur bei Auftreten Borreliose-typischer klinischer Beschwerden des Patienten indiziert. Ferner schließt ein negativer Borrelien-DNA-Nachweis aus Zeckenmaterial eine Infektion der Zecke nicht mit Sicherheit aus.  
Literatur
  1. Nau R, Christen H-J, Eiffert H. Lyme-Borreliose - aktueller Kenntnisstand. Dtsch Ärztebl 2009; 106: 72-82. (19)
  2. Wilske B, Steinhuber R, Bergmeister H, Fingerle V, Schierz G, Preac-Mursic V, et al. Lyme-Borreliose in Süddeutschland: Epidemiologische Daten zum Auftreten von Erkrankungsfällen sowie zur Durchseuchung von Zecken (Ixodes ricinus) mit Borrelia burgdorferi. Dtsch Med Wochenschr 1987; 1: 1730-6. (21)