Beta-2-Mikroglobulin im Urin

ß2-Mikroglobulin

Kategorie Laboruntersuchung
Stand20.02.2009
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeCLIA
Material
5 ml vom 2. Morgenurin oder 5 ml aus gut gemischtem 24 h-Sammelurin (Bitte Sammelvolumen mitteilen!). Wegen der geringen Stabilität von Beta-2-Mikroglobulin im sauren Urin (pH 6) sollte der Urin ggf. durch Zusatz von NaOH auf pH 6 - 7 eingestellt werden.
Indikation
Marker für tubuläre Proteinurie und Transplantat-Frühabstoßung
Referenzbereich
< 0,3  mg/l
< 0,2  mg/g Krea
< 0,36 mg/24 h
Kurzinformation
Im sauren Urin ist Alpha-1-Mikroglobulin wegen der besseren Stabilität als Marker für eine tubuläre Proteinurie geeigneter.
Siehe Markerproteinprofil im Urin!
Zusatzinformation
Hintergrund
Das kleinmolekulare Beta-2-Mikroglobulin (siehe auch unter "Beta-2-Mikroglobulin im Serum") wird glomerulär frei filtriert und in den proximalen Nierentubuli normalerweise fast vollständig rückresorbiert, so dass der Urin Gesunder nur minimale Mengen Beta-2-Mikroglobulin enthält. Bei Tubulusschädigung verschiedener Ursache steigt die Ausscheidung von Beta-2-Mikroglobulin wie auch von Alpha-1-Mikroglobulin an.
 
Bewertung
Erhöhtes Beta-2-Mikroglobulin im Urin tritt bei tubulären Nephropathien bzw. Nierenerkrankungen mit tubulärer Beteiligung auch; nicht erhöht hingegen bei glomerulärer Proteinurie ohne Tubulusschaden.
Sinnvoll ist die Bestimmung von Beta-2-Mikroglobulin im Urin gemeinsam mit anderen Markerproteinen, um eine Klassifikation der Proteinurie vornehmen zu können (siehe unter "Markerproteinprofil im Urin").
Eine Zytomegalievirus-Infektion nach Nierentransplantation kann sich schon früh durch einen signifikanten Anstieg der Beta-2-Mikroglobulin-Ausscheidung ankündigen.
Zur Beurteilung der glomerulären Filtration siehe unter "Beta-2-Mikroglobulin im Serum", Differenzierung der Proteinurien siehe unter "Alpha-1-Mikroglobulin m Urin".