Alpha-1-Fetoprotein

AFP

Kategorie Laboruntersuchung
Stand04.12.2017
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeECLIA
Material
0,5 ml Serum
Indikation
TM 1. Wahl bei primärem Leberzell-Ca und Keimzellmalignomen mit Dottersackanteilen.
Bei chronischer Hepatitis oder Leberzirrhose 1 - 2-mal pro Jahr zur Früherkennung bestimmen.
Screening auf Neuralrohrdefekte
Referenzbereich
Gesunde:         < 7 µg/l (nicht gravide)
Kinder
 bis 1 Woche:   bis 70.000 µg/l (HWZ = 4 Tage)
 bis 3 Wochen: 500 - 4.000 µg/l
 ab 10. Monat:         < 7 µg/l
Schwangere
 SSW    Median     2,5 x Median#
  15.   31,3 µg/l    78,3 µg/l
  16.   36,3 µg/l    90,8 µg/l
  17.   42,0 µg/l   105,0 µg/l
  18.   48,7 µg/l   121,8 µg/l
  19.   56,5 µg/l   141,3 µg/l
  20.   65,4 µg/l   163,5 µg/l
#Grenzwert beim Screening auf Neuralrohrdefekte
Kurzinformation
HWZ: 4 Tage
Bei Mischtumoren (Hoden) grundsätzlich AFP, HCG und hPLAP bestimmen!
Zusatzinformation
Hintergrund
Alpha-1-Fetoprotein (AFP), ein dem Albumin ähnliches Glykoprotein, wird in den Zellen des Dottersacks, der Leber und des Darms normalerweise nur während der Embryonalzeit vermehrt gebildet. In der Schwangerschaft kann AFP, da es plazentagängig ist, im mütterlichen Serum gemessen werden. Die Konzentration ist abhängig von der fetalen AFP-Synthese, der Permeabilität der trennenden Membranen und der Schwangerschaftswoche. Die HWZ von AFP beträgt 4 Tage.
 
Indikationen
  • Primäres Leberzellkarzinom zu Diagnose und Follow-Up
  • Keimzellmalignome mit Dottersackanteilen bzw. Mischtumoren zu Diagnose, Follow-Up und Prognose
  • Screening bei Risikogruppen
  • Schwangerschaftsüberwachung
  
Bewertung
AFP alsTumormarker
  • Bei primärem Leberzellkarzinom ist AFP oft bis in den µg- und mg-Bereich erhöht; Werte über 1500 ng/ml sind nahezu beweisend für diesen Tumor.
  • Bei Keimzellmalignomen, besonders Mischtumoren (Hoden), müssen grundsätzlich AFP und HCG/ß-HCG kontrolliert werden, da insbesondere unter Zytostatika-Therapie ein histologischer Typenwandel mit Markerverlust möglich ist. Chorionkarzinome, differenzierte Teratome und "reine" Seminome bilden kein AFP. Unter Radiatio oder Zytostatika kann AFP (durch Tumorzerfall) kurzfristig ansteigen.
  • Unspezifische AFP-Erhöhungen werden bei benignen Lebererkrankungen wie z. B. Hepatitis gefunden (Werte selten > 500 ng/ml). Bei Leberzirrhose sind Werte über 600 ng/ml möglich.
 
AFP in der Schwangerschaft
Ab der 6. SSW steigt AFP aus dem Normbereich (< 10 ng/ml) stetig an, erreicht in der 30. - 35. SSW sein Maximum (300 - 400 ng/ml) und sinkt bis zur 40. SSW langsam, aber deutlich bis auf Werte um 150 ng/ml ab.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Januar 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2016.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2017.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2017.pdf