Adrenalin im Urin

Katecholamine im Urin, Epinephrin

Kategorie Laboruntersuchung
Stand16.05.2018
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeHPLC
Material
8,5 ml aus gut gemischtem 24 h-Sammelurin (angesäuert). Bitte Sammelvolumen mitteilen!
Indikation
V. a. Phäochromozytom, Suchtest bei Hypertonie
AbnahmeAnsäuern: 10 ml 10%ige HCl zur 1. Portion geben
Behelfsmäßig: 20 ml Spontanurin + 0,2 ml 10%ige HCl
Keine Stabilur-Röhrchen (wegen Borsäurezusatz) verwenden!
Referenzbereich
             µg/24h  µg/g Kreatinin
Erwachsene:   < 27     < 25
Schulkinder:  < 14     < 35
Kleinkinder:  <  8     < 55
Säuglinge:    <  4     < 75
Interpretation
Werte über 50 mg/24 h bei Erwachsenen sind verdächtig auf ein Phäochromozytom. Leicht erhöhte Werte findet man auch bei essentieller Hypertonie und bei Stress.
Zusatzinformation
Hintergrund
Das Katecholamin Adrenalin wird vorwiegend in den Zellen des Nebennierenmarks synthetisiert. Als "Stresshormon" erhöht es Herzschlagvolumen, Herzfrequenz und den systolischen Blutdruck, stimuliert die Glykolyse und Glukoneogenese sowie die Lipolyse.
Bei Tumoren des sympatho-adrenalen Systems kommt es durch die verstärkte Synthese von Katecholaminen zu einer erhöhten Konzentration im Plasma bzw. einer verstärkten Ausscheidung im Urin, etwa 70 % der Phäochromozytome bilden Adrenalin (siehe auch unter „Phäochromozytom- und Neuroblastom-Diagnostik“).
 
Bewertung
Leicht erhöhte Werte, bis etwa 1,5-fache Höhe des Referenzwertes, treten relativ häufig bei erhöhtem Sympathikotonus verschiedener Ursache auf. Ausscheidungen in > 1,5-facher Höhe des Referenzwertes sind verdächtig, ab > 2-facher Höhe sehr verdächtig für das Vorliegen eines Phäochromozytoms. Stark erhöhtes Adrenalin (mit oder ohne Noradrenalin-Erhöhung) spricht für Tumorlokalisation im Nebennierenmark.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Mai 2017.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Mai 2018.pdf