Diaminooxidase (DAO)
Stand20.01.2010
TypLaboruntersuchung
Analysenfrequenz1 x wöchentlich nach Bedarf
MethodeEIA
Material
1,0 ml Serum
IndikationV.a. Histamin-Intoleranz
Referenzbereich
   > 80 HDU/ml DAO-Aktivität normal
40 - 80 HDU/ml DAO-Aktivität vermindert
   < 40 HDU/ml DAO-Aktivität stark vermindert
 
Kurzinformation
Die DAO ist das wichtigste Enzym des Histaminabbaus, vor allem im Darm.
Zusatzinformation
Histamin-Intoleranz
Definition: Akute oder chronische pseudoallergische Reaktion auf die Zufuhr normaler, subtoxischer Histaminmengen.
Ursache: Ungleichgewicht zwischen vorhandener Menge an Histamin und Histamin-katabolisierenden Enzymen oder Veränderungen der Histaminrezeptoren.
häufigste Symptome:  Diarrhö, Blähungen, Niesen, Nasenlaufen, Hitzegefühl, Juckreiz, Kopfschmerz, Konjunktivitis.
 
Diaminooxidase (DAO)
Körpereigenes Enzym, hauptsächlich im Dünndarm aber auch in Leber, Nieren und Granulozyten zu finden.
Während einer Schwangerschaft wird DAO in großer Menge von der Plazenta gebildet.
Eine eingeschränkte Verfügbarkeit von DAO kann durch eine endogene Überproduktion von Histamin verursacht sein z.B. durch chronische Allergien, Mastozytose,  bakterielle Infektionen, gastrointestinale Blutungen oder durch übermäßige Zufuhr von Histamin oder anderen biogenen Aminen über die Nahrung oder durch sog. Histaminliberatoren..
Die Hauptursache einer Histaminintoleranz ist jedoch meist eine erworbene, seltener eine genetisch bedingte verminderte Aktivität der DAO.
So  können chronische gastrointestinale Erkrankungen mit einer  eingeschränkten DAO-Produktion durch die Enterozyten einhergehen. Die Aktivität primär ausreichender DAO kann aber auch blockiert werden durch übermäßige Zufuhr anderer biogener Amine, Alkohol und DAO-hemmender Medikamente.
 
Durch die gleichzeitige Bestimmung von DAO-Aktivität im Serum und Histamin im Stuhl bei symptomatischen Patienten können sich wichtige differentialdiagnostische Hinweise in der Unterscheidung von Histaminintoleranz und Nahrungsmittelallergie ergeben.
Da der Histaminstoffwechsel jedoch sehr komplex ist, widerspiegelt die alleinige Bestimmung der DAO-Aktivität im Serum nicht die Gesamtabbaukapazität des Organismus für Histamin. Ferner muss das Ergebnis der DAO-Bestimmung stets unter Berücksichtigung der aktuellen Nahrungs- und Medikamentenanamnese interpretiert werden.
 
Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt: Alkoholische Getränke insbesondere Rotwein, Käse insbesondere gereifte Hartkäse, haltbar gemachte Rohwürste/-schinken, älterer Fisch/Fischkonserven, Sauerkraut, Spinat, Tomaten/-ketchup, Schokolade, Nüsse.
 
Histaminliberatoren: Nahrungsmittel wie Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Kiwi, Ananas; Medikamente wie viele Analgetika und Antiphlogistika, ionische und nichtionische Röntgenkontrastmittel.
 
DAO-Hemmer: Azetylzystein, Ambroxol, Aminophyllin, Amitriptylin, Chloroquin, Clavulansäure, Isoniazid, Metamizol, Metoclopramid, Propafenon, Verapamil.