Histamin im Stuhl
Stand21.01.2010
TypLaboruntersuchung
Analysenfrequenz1 x wöchentlich nach Bedarf
MethodeEIA
Material
Stuhl im Spezialröhrchen.
(Versandröhrchen können unter 0751 502 40 bestellt werden)
Indikation
Abklärung Nahrungsmittelallergie oder Histamin-Intoleranz
 
Referenzbereich
< 600 ng/g Stuhl
Interpretation
Erhöhte Werte bei Diaminooxidase-Mangel, nach Genuss Histamin-reicher Nahrungsmittel oder Alkohol, nach Einnahme DAO-hemmender Medikamente, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Nahrungsmittelallergie
 
Kurzinformation
Gleichzeitige Bestimmung der DAO im Serum sinnvoll; die Bestimmungen sollten bei Vorliegen von Beschwerden erfolgen, nicht im beschwerdefreien Intervall.
 
Zusatzinformation
Histamin, ein biogenes Amin, wird zum einen als wichtiger Mediator vieler biologischer Reaktionen im Körper selbst gebildet zum anderen aber auch mit der Nahrung aufgenommen. Bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente können im Körper gespeichertes Histamin freisetzen sog. Histaminliberatoren.
 
Diaminooxidase ist das entscheidende körpereigene Enzym, welches mit der Nahrung aufgenommenes Histamin im Darm abbaut.
Liegt ein DAO-Enzymmangel oder eine Hemmung der DAO-Aktivität (Medikamente oder Alkohol) vor, wird Histamin nicht in ausreichendem Maße abgebaut.
 
Mit der Bestimmung von Histamin im Stuhl wird die akute Histaminbelastung und die Abbaukapazität von Histamin im Darm erfasst.
 
Durch die gleichzeitige Bestimmung von DAO-Aktivität im Serum und Histamin im Stuhl bei symptomatischen Patienten ergeben sich wichtige differentialdiagnostische Hinweise in der Unterscheidung von Histaminintoleranz und Nahrungsmittelallergie.
Bei der Histaminintoleranz sollten die DAO-Aktivität erniedrigt und der Histamingehalt im Stuhl erhöht sein. Bei einer allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel sollten die DAO-Aktivität normal und der Histamingehalt im Stuhl erhöht sein.
 
Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt: Alkoholische Getränke insbesondere Rotwein, Käse insbesondere gereifte Hartkäse, haltbar gemachte Rohwürste/-schinken, älterer Fisch/Fischkonserven, Sauerkraut, Spinat, Tomaten/-ketchup, Schokolade, Nüsse.
 
Histaminliberatoren: Nahrungsmittel wie Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Kiwi, Ananas; Medikamente wie viele Analgetika und Antiphlogistika, ionische und nichtionische Röntgenkontrastmittel.
 
DAO-Hemmer: Azetylzystein, Ambroxol, Aminophyllin, Amitriptylin, Chloroquin, Clavulansäure, Isoniazid, Metamizol, Metoclopramid, Propafenon, Verapamil.