Lipase

Kategorie Laboruntersuchung
Stand28.06.2018
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeEnzymatischer Farbtest, Photometrie
Material0,5 ml Serum
Richtwert
Erwachsene:  < 60 U/l
Kinder
 bis  1 Jahr:  < 34 U/l
 bis 12 Jahre: < 31 U/l
 bis 18 Jahre: < 55 U/l
Kurzinformation
HWZ: 7 - 14 h
Zusatzinformation
Hintergrund
Lipase wird in den azinären Zellen des Pankreas synthetisiert und in das Pankreasgangsystem sezerniert. Im Darm katalysiert Lipase die Spaltung von Triglyceriden. Pankreatitis und Sekretrückstau führen zu Aktivitätsanstiegen im Serum. Lipase wird außerhalb der Bauchspeicheldrüse vor allem im Magenfundus synthetisiert.
 
Bewertung
  • Lipase im Serum ist erhöht bei akuter Pankreatitis (Sensitivität 90 - 100 %, Spezifität 60 - 97 %, Anstieg 5 - 6 h nach Schmerzbeginn, erhöht für 3 - 6 Tage), chronischer Pankreatitis (rezidivierend, chronisch obstruktiv), nach ERCP (Anstieg 2 h nach dem Eingriff, erhöht 3 - 5 Tage), schweren intraabdominellen Erkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und Niereninsuffizienz.
  • Die Lipaseerhöhungen bei nichtpankreatischen Bauchschmerzen übersteigen nur selten das Dreifache des oberen Normalwertes. Lipase ist nicht erhöht bei Parotitis.
  • Der Schweregrad einer akuten Pankreatitis oder eines akuten Schubes der chronischen Form ist unabhängig vom Ausmaß der Enzymerhöhung.
  • Die gleichzeitige Bestimmung der Amylase erhöht die diagnostische Sensitivität nicht.
  • Der Nachweis in anderen Flüssigkeiten (Pleuraerguss, Aszites, Drainageflüssigkeit) kann als Ausdruck einer pankreatischen Beteiligung an der Erkrankung diagnostisch wertvoll sein.
Literatur
Lankisch PG. [Elevated pancreatic enzymes without evident pancreatic disease]. Dtsch Med Wochenschr 134: 2232-5, 2009. (155)
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Mai 2018.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Mai 2019.pdf