Chlorid

Kategorie Laboruntersuchung
Stand28.06.2018
Abrechenbarkeit EBM
ErbringerEigenleistung
MethodeISE
Material0,5 ml Serum, 0,5 ml Liquor, 8,5 ml Urin
Indikation
Störungen des Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalts, Berechnung der Anionenlücke
Richtwert
Serum:   99 - 109 mmol/l
Liquor: 120 - 132 mmol/l
Urin:   110 - 250 mmol/24 h
        Die Urinaussscheidung ist stark abhängig
        von der NaCl-Zufuhr.
Zusatzinformation
Hintergrund
Chlorid (Cl-) ist als Hauptgegenion des Natriums das wichtigste Anion im Extrazellulärraum und somit wesentlich an der Aufrechterhaltung der Plasmaosmolalität und des Plasmavolumens beteiligt. Seine Konzentrationsveränderungen folgen denen des Natriums überwiegend passiv und häufig in die gleiche Richtung. Bei ungleichsinnigen Veränderungen von Chlorid und Natrium ändert sich die Differenz dieser Ionen (SID = Strong Ion Difference), was Auswirkungen auf den pH-Wert hat. Eine Erhöhung der SID (stärkere Chlorid- als Na-Verluste) führt zur Alkalose (hypochlorämische Alkalose), eine Verminderung der SID (schwächere Chlorid- als Na-Verluste) zur Azidose (hyperchlorämische Azidose). Für die Differentialdiagnose der metabolischen Azidose ist die Kenntnis der Anionenlücke wichtig, die durch Subtraktion der molaren Konzentration der Hauptanionen Chlorid und Bicarbonat (Cl- + HCO3-) von der Natriumkonzentration (Na+) berechnet wird. Eine vergrößerte Anionenlücke deutet indirekt auf eine erhöhte Konzentration organischer Säuren hin (Lactat, Ketonkörper).
 
DD bei pathologischen Chloridkonzentrationen im Serum
  • Erhöhtes Chlorid: renale tubuläre Azidosen, chronische Hyperventilation (Fieber), überhöhte Chloridzufuhr, Pseudohyperchlorämie durch Bromide.
  • Erniedrigtes Chlorid: starke Magensaftverluste (Erbrechen), Diuretika (z. B. Furosemid, Etacrynsäure), Hyperaldosteronismus, metabolische Alkalose, Milch-Alkali-Syndrom.
  • Vergrößerte Anionenlücke: Urämie, Lactatazidose (Schock), Ketoazidose, Salicylat-, Methanol-, Ethylenglykol- und Paraldehyd-Vergiftung.
  • Verminderte Anionenlücke: Bromismus, bei hohen Calcium-, Magnesium-, Lithium-Konzentrationen im Serum.
 
Einflussfaktoren
Falsch hohe Werte durch Einnahme bromhaltiger Pharmaka.
AnhängeDownload.png Ringversuchszertifikat Januar 2018.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2018.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Januar 2019.pdf
Download.png Ringversuchszertifikat Juli 2019.pdf